Eisenbahn in Flöha

Verkehrsgeschichte der Region Flöha

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Flöha ist eine mittelsächsische Kleinstadt am Zusammenfluss der beiden Flüsse Flöha und Zschopau. Die geografische Lage bot günstige Voraussetzungen für die Erschließung des Erzgebirges entlang der beiden Flusstäler (d.h. in Nord-Süd-Richtung). Als Teil der sogenannten Sachsenmagistrale am Nord­rand des Ergebirges (in West-Ost-Richtung gelegen) entwickelte sich das (Industrie-) Dorf Flöha bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und damit weit vor der Verleihung des Stadtrechtes am 08.11.19331Schreiter, 1998a, S. 9, S. 87; Schreiter, 1998b, S. 11; Kluttig, 2016, S. 40. zu einem bedeutenden Knotenpunkt im sächsischen Eisenbahnnetz. Das sukzessive Wachstum der Bahnanlagen unter der Regie von Staatsbahn und privater „Chemnitz-Komotauer Eisenbahngesellschaft“ resultierte in zwei nebeneinander liegenden Bahnhöfen. Beide verfügten über eigenständige Versorgungsanlagen mitsamt Heizhäusern (Lokschuppen). Sie werden in dieser Betrachtung – entsprechend ihrer historischen Entwicklung und der ortsüblichen Bezeichnung folgend – als „Annaberger Bahnhof“ und „Komotauer Bahnhof“ benannt.

Der „Annaberger Bahnhof“ ist der ursprüngliche Bahnhof der Staatsbahn, welcher Station der Strecken Chemnitz–Annaberg (eröffnet am 01.02.1866) und Flöha-Freiberg (eröffnet am 01.03.1869) war. Der „Komotauer Bahnhof“ resultierte aus der oben erwähnten anfänglich privaten Linie Flöha–Pockau-Lengefeld–Marienberg–Reitzenhain, die ab 15.02.1875 schrittweise eröffnet wurde und ab 23.08.1875 die kürzeste Verbindung zwischen Chemnitz und Komotau bot. Somit konnte ein kostengünstigerer Transport der böhmischen Braunkohle für die sächsische Industrie etabliert werden. Nach dem Konkurs der „Chemnitz-Komotauer Eisenbahngesellschaft“ im Jahr 1876 wurde diese Bahnstrecke von der Staatsbahn übernommen.

Die schwierigen topographischen Verhältnisse in West-Ost-Richtung, namentlich die starke Steigung von Flöha nach Oederan, machten das Nachschieben der Züge ab Flöha erforderlich. Damit dürfte mit der Eröffnung der Strecke Flöha–Freiberg im Jahre 1869 eine Beheimatung von Schiebelokomotiven in Flöha erfolgt sein, die bis zur Aufnahme des elektrischen Zugbetriebs im Jahre 1965 bestand. Folglich dürften in Flöha über einen Zeitraum von annähernd 100 Jahren Eisenbahnfahrzeuge beheimatet gewesen sein.